Die 80-20-Regel oder warum weniger oft mehr ist

Alltag mit Hämophilie A

Die 80-20-Regel wird auch als Pareto-Prinzip bezeichnet, da es auf den italienischen Ökonomen und Soziologen Vilfredo Pareto zurückgeht. Er untersuchte die Verteilung des Bodenbesitzes in Italien und fand heraus, dass circa 20 Prozent der Bevölkerung etwa 80 Prozent des Bodens besitzen. Analog dazu stellte sich im Jahr 1989 heraus, dass 20 Prozent der Bevölkerung etwa 80 Prozent des Weltvermögens besitzen. Doch diese ungleiche Verteilung beschränkt sich nicht nur auf Reichtum und Besitz: Heutzutage ist er zu einem wichtigen Prinzip im Zeitmanagement geworden. In diesem Zusammenhang bedeutet das Pareto-Prinzip, dass mit 20 Prozent des Aufwandes 80 Prozent des Ergebnisses zustande kommen. Jetzt denkst Du vielleicht: Gut zu wissen, aber was bringt mir das?“

 

Mit 80-20 gegen Perfektionismus

Und genau das ist die richtige Frage. Zunächst ist es eine wichtige Erkenntnis für den Perfektionisten in Dir. Denn oft reicht es, etwas zu 80 Prozent gut zu machen. Vor allem wenn man bedenkt, dass für die restlichen 20 Prozent die zum Perfektionismus fehlen, noch die vierfache Arbeit nötig wäre. Hier geht es besonders um unwichtige Kleinigkeiten, mit denen wir uns oft aufhalten. Das ist natürlich keine Ausrede, um nun alles nur noch zu 80 Prozent zu machen. Beim Kartoffelkochen musst Du auch noch die letzten drei Minuten kochen oder eben eine halbgare Kartoffel essen.

 

Richtige Prioritäten dank Pareto

Die 80-20-Regel kann uns aber lehren, Prioritäten zu setzen. Vor allem wenn Du eine begrenzte Menge an Zeit oder Energie zur Verfügung hast. Wenn Du etwa Besuch erwartest und noch die Wohnung auf Vordermann bringen musst. Vielleicht kommt der Besuch schon in einer Stunde, also kannst Du nicht den kompletten Hausputz machen. Also entwickelst Du zuerst einen Schlachtplan: Du machst schnell eine Liste mit Dingen, die zu erledigen wären.

Dann setzt Du Prioritäten, etwa so:

 

A=muss unbedingt sofort erledigt werden

B=sollte erledigt werden

C= kann erledigt werden, wenn noch Zeit ist.

 

Mit 80-20 zu mehr Effizienz

Dann überschlägst Du kurz, ob Du alle mit A markierten Aufgaben schaffen kannst. Auch bei dieser Abschätzung hilft Dir die 80-20-Regel. Denn bei einer Zeitplanung solltest Du immer 20 Prozent der Zeit für Unvorhergesehenes einplanen: etwa für das Auffegen eines Glases, dass Dir in der Eile heruntergefallen und zersplittert ist. Wenn die verbleibende Zeit selbst für alle A-Aufgaben zu knapp ist, legst Du eine Reihenfolge fest, in der Du die Aufgaben abarbeitest. Und auch hier gilt: Wenn Du in Zeitnot gerätst, verzichte auf Perfektionismus. Die Bücher müssen nicht alphabetisch sortiert sein, Hauptsache sie stehen im Regal.

Die Pareto-Regel kann Dir also richtig angewandt einerseits helfen Dinge effizienter zu erledigen. Andererseits hilft sie Dir aber auch, die richtigen Prioritäten zu setzen. Schließlich muss ja nicht immer alles perfekt sein, oder?

 

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Quellen:

https://karrierebibel.de/pareto-prinzip-8020-regel/

https://www.gq-magazin.de/leben-als-mann/karriere/80-20-regel

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