Von der Realität eingeholt

Sport auf Active A Blog

Erstens kommt es manchmal anders und zweitens als man denkt: Vor Kurzem hatte ich seit längerer Zeit mal wieder ein Blutungsereignis, das mich doch einige Wochen mitnahm – nicht dramatisch, aber doch sehr schmerzhaft.

 

Geschenk einlösen

Zum Geburtstag hatte ich einen Gutschein zum Fußballgolfen bekommen, den ich mit meinem Schwager und meinem Neffen einlösen wollte. Fußballgolfen für die, die noch nie davon gehört haben, ist quasi Minigolf mit Fußbällen auf größeren, extra präparierten Wiesenflächen. Ich hatte zwar in letzter Zeit nicht so viel Sport gemacht, dennoch war es ja jetzt keine physische Hochleistungsertüchtigung, dachte ich mir.

Beim ersten Abschlag allerdings bemerkte ich einen ordentlichen Schmerz im rechten, vorderen Unterschenkel. Ich meinte, dass ich mir bei der ungewohnten, plötzlichen Bewegung ein wenig den Muskel gezerrt hatte. Doch ich wollte auch nicht gleich nach dem ersten Schuss mein Geschenk abbrechen. Deshalb spielte ich erst einmal weiter, kickte dabei aber eher vorsichtiger und flach.

Nachdem wir alle 18 Bahnen durchgespielt hatten, der Schmerz doch halbwegs erträglich erschien und die Belastung mich auch nicht erheblich einschränkte, gingen wir anschließend langsam wieder nach Hause.

 

Ruhe bringt den Schmerz

Zu Hause allerdings bemerkte ich, dass in Ruhe und bei Entlastung mein Bein doch stark zu schmerzen anfing und eine kleine Delle beziehungsweise Erhebung an meinem Schienbein zu ertasten war: Ich kannte so was schon – es  war ein Muskelfaserriss (eventuell sogar ein Muskelbündel). Ich betreibe zwar vor jeglichen sportlichen Aktivitäten extra Prophylaxe, substituierte aber deshalb trotzdem noch Faktor nach.

Im Laufe der Tage bildete sich allmählich ein immer größer werdender Bluterguss am Schienbein. Durch die Schwerkraft wanderte er dann aber langsam nach unten in den Fuß. Und das sollte noch besonders unangenehm werden.

Nachdem der Bluterguss im Fuß angelangt war, beengte oder irritierte er scheinbar meine Nerven im Fuß. Das bemerkte ich vor allem in Ruhe. Ich versuchte das Bein weitgehend hochzulagern und zu kühlen, aber das war dann meist besonders schmerzhaft. Insbesondere nachts war es weit schlimmer, als wenn ich tagsüber damit herumlief. Ich substituierte in den Tagen und wenigen Wochen nach dem Trauma jeden Tag und doppelt so viel Faktor wie sonst. Belasten konnte ich das Bein zum Glück, bemerkte aber immer nach einigen Stunden, dass es anstrengend und schmerzhaft wurde. Die Ruhephasen daraufhin waren furchtbar.

 

Erholung kam langsam

Es sollte noch wenige Wochen so weitergehen. Schmerzen hatte ich dann immer weniger und nur noch bei bestimmten Bewegungen. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen (das war nicht meine erste Verletzung dieser Art) und da ich selbst im medizinischen Bereich tätig bin, fällt es mir vielleicht in solchen Dingen manchmal etwas leichter, die Lage einzuschätzen. Unangenehm ist es trotzdem jedes Mal.

Ich sollte zum Glück Recht behalten und erholte mich nach einiger Zeit wieder. Allerdings holte mich das Ereignis, nach längerer Zeit ohne Blutungen, wieder in die Realität zurück. Dadurch wird einem klar: Gesundheit ist nicht selbstverständlich und manchmal kann es schneller gehen, als man denkt. Auch wenn man vielleicht monate- oder jahrelang keine Verletzungen oder Blutungsereignisse hat, kann in den gewöhnlichsten Situationen durch eine simple und blöde Bewegung etwas passieren. Davon sollte man sich dann dennoch nicht entmutigen oder demotivieren lassen.

 

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