Katheter bei Hämophilie A?

Anwar's Blog auf ACTIVE A | Geburt des Sohnes

Hallo, da bin ich wieder!

Wie ich Euch bereits im letzten Beitrag angekündigt habe, erzähle ich Euch heute, für welchen Katheter wir uns entschieden haben. Ihr sollt auch erfahren, welche Vorteile und Nachteile uns zu unserer Entscheidung bewogen haben. Wichtig: unsere Erfahrungen sollen keine Empfehlung sein, bitte besprecht dies im Fall der Fälle mit eurem Arzt.

 

Zu Hause angekommen: Die Entscheidung steht an

Nachdem meiner Frau und mir die erschreckende Nachricht übermittelt worden war (unser Sohn bildete Hemmkörper), mussten wir uns schnell intensiv mit dem Thema beschäftigen. Wie bereits gesagt: Mit Hemmkörpern hatten wir uns vorher nicht wirklich auseinandergesetzt. Und jetzt waren auf einmal Hemmkörper da und dann sollte auch noch eine Operation anstehen? Wir erlebten einen der schlimmsten und schwierigsten Momente unseres Lebens. Die Entscheidung war schwer: Wir hatten die Wahl zwischen einem Port- und einem Broviac-Katheter.

 

Vor- und Nachteile des Portkatheters

Ein Portkatheter wird unter die Haut eingesetzt. Der Vorteil dabei ist, dass man ihn nicht wirklich sieht. Ihr könnt Euer Kind außerdem ganz normal baden und müsst auch keine Angst haben, dass es den Port irgendwie herauszieht. Angenommen Euer Kind bekommt einen Port für eine Immuntoleranztherapie (ITT) – was wir nicht hoffen – und Ihr müsst es spritzen, ist das so machbar. Der Nachteil ist: Wenn Ihr das Kind täglich zweimal piekst und sich auf der Portstelle schon ein blauer Fleck gebildet hat, könnt Ihr es nicht am Port spritzen, sondern müsst das Medikament intravenös, wie zuvor an einer anderen Stelle in die Vene, verabreichen.

 

Das spricht für und gegen einen Broviac-Katheter

Der Broviac-Katheter ist auch ein Katheter, den man für die ITT einsetzen kann. Das Besondere daran ist: Ein Teil davon, der Katheteranschluss, guckt immer heraus. Das hat den Vorteil, dass das Kind keinen Pieks spürt und man die Haut auch nicht betäuben muss. Im Notfall, wenn sich das Kind gestoßen hat und stark blutet, kann man hier einfach nur die Spritze an den Katheter „anschließen“.

Der Nachteil daran ist, dass man bei einem Broviac-Katheter noch mehr aufpassen muss als bei einem Port. Man muss sehr auf die Hygiene achten. Um zu verhindern, dass Keime eindringen, muss man ihn so steril wie möglich halten. Das macht es kompliziert: Mit dem Katheter ins Schwimmbad zu gehen, könnt Ihr vergessen. Das Kind darf auch nur dann gebadet werden, wenn man den Katheter mit spezieller Folie (IV 3000) umwickelt hat, und das nicht allzu lang. Um es auf den Punkt zu bringen: Mit einem Broviac-Katheter ist das Kind wirklich sehr eingeschränkt.

Nach langem Überlegen und Diskutieren haben wir uns trotz der ganzen Nachteile schlussendlich für den Broviac-Katheter entschieden.

 

Im nächsten Beitrag erzähle ich Euch von dem Gespräch mit dem Krankenhaus, als wir uns für den Broviac entschieden haben und von der ersten Operation unseres Kindes.

 

Bis bald!
Euer Anwar

 

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